Eine Hilfe zur Recherche nach ehemaligen jüdischen Bürgern der Stadt

 

Will man wissen, wer früher in einem Haus gewohnt hat, hilft ein Blick in die Adressbücher Kassels, die vor dem Zweiten Weltkrieg bis in das Jahr 1940 reichen. Die allermeisten Adressen sind mit den heutigen identisch. Die Angaben dort erfassen den Hausbesitzer (mit * gekennzeichnet und das in Klammern, wenn er nicht im Haus selbst wohnt) und die im Haus wohnenden Familien mit dem Haushaltungsvorstand (dem Mann) mit Berufsbezeichnung, bei alleinstehenden Frauen (meist oder oft Witwen) sind auch diese verzeichnet, wenn sie über eine eigene Wohnung verfügen. Weitere Familienmitglieder sind nicht aufgeführt. Die Adressbücher geben den Stand eines Stichtages im Vorjahr wieder, sind weitgehend verlässlich, „halbamtlich“. Über Religionszugehörigkeit sagen sie nichts aus.

 

• Die Adressbücher gibt es im Stadtarchiv und der Murhardschen Bibliothek fast vollständig. (ab 1941 gibt es eine Lücke)

 

Genaueres (auch zur Religionszugehörigkeit) über die Bewohner eines Hauses findet man im Stadtarchiv über die Hausstandsbücher heraus (wo Einzüge und Auszüge akribisch notiert sind, auch bei kurzzeitigem Aufenthalt).

 

• A 3.32 Hausstandsbücher  enthalten zu jedem Haus handschriftliche Einträge zu Aus- und Einzügen aller gemeldeten Personen, auch Geburten, Eheschließungen, Tod.

(Achtung: Straßennamen haben sich tw. geändert. Die Handschriften sind nicht immer leicht zu lesen.)

 

Noch Genaueres über den Aufenthalt von Personen in Kassel lässt sich über die Einwohnermeldekarten und auch Kennkarten für Juden herausfinden, gleichfalls im Stadtarchiv. Dazu muss man den Namen und möglichst auch das Geburtsdatum kennen.

 

Für das Stichjahr 1933 gibt es eine nahezu vollständige Liste jüdischer Bürgerinnen und Bürger Kassels auf der Grundlage des Gedenkbuchs, das von Wolfgang Prinz und Beate Kleinert erstellt wurde. Sie ist leicht über das Internet zu erreichen.

 

http://www.uni-kassel.de/gis/Kassel_19u20Jh/Prinz1.html

 

Die jüdischen Opfer der Stadt sind verzeichnet in dem Gedenkbuch der Stadt:

• Namen und Schicksale der Juden Kassel. Ein Gedenkbuch,

   bearbeitet von Beate Kleinert und Wolfgang Prinz, Kassel 1980

Hier der Link:

https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2013121644679/1/SchicksaleDerJudenKassels.pdf

(Ein bisschen Geduld mitbringen, das Laden der vielen Daten braucht seine Zeit.)

 

Weitere Listen zu jüdischen Bürgerinnen und Bürgern gibt es in Dokumentationen von Helmut Thiele, die gleichfalls im Stadtarchiv vorhanden sind.

 

Informationen auf dem aktuellen Stand gibt es beim Bundesarchiv:

 

• Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/

 

Zu den hessischen Archiven gibt es eine Datenbank, auf der man auch nach einer Person suchen kann. Allerdings findet man nur diejenigen, über die es eine Akte gibt oder die in der näheren Beschreibung einer Akte erwähnt wird.

In arcinsys lassen sich die Bestände des Stadtarchivs Kassel online recherchieren, zu denen inzwischen auch die Bestände des INN gehören (Informationsstelle zum Nationalsozialismus in Nordhessen). Hier geht es u. a. auch um andere Opfergruppen und auch den Widerstand. arcinsys.hessen.de

Nicht verzeichnet ist weder hier noch im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, über welche Personen es im Einzelnen Entschädigungs- oder Devisenakten gibt. Hierzu ist im Stadtarchiv vor Ort zu recherchieren, beim Hauptstaatsarchiv kann man gezielt anfragen.

 

 

 

 

 

 

Stolpersteine in Kassel e. V.

Wolfgang Matthäus

November 2013

 

JOUR FIXE

Im Januar 2014 wurde die Einrichtung eines JOUR FIXE beschlossen, der im März 2014 das erste Mal probeweise stattgefunden hatl. Dieser Termin soll die Gelegenheit bieten, sich auszutauschen über die jeweiligen Arbeitsansätze und Arbeitsstände, sich gegenseitig zu informieren und zu beraten. 

 

Er ist offen für alle Vereinsmitglieder und an den Stolpersteinverlegungen Interessierte.

Mindestens ein Mitglied des Vorstands soll dabei anwesend sein.

Die Ziele des Vereins

TERMINE  2018

Mi 25.4.18 | 18.00 Uhr

Museum für Sepulkralkultur

Margot Friedländer
als Zeitzeugin zu Gast
Lesung und Gespräch

Margot Friedländer ist Holocaust-Überlebende und 96 Jahre alt. Ihre Eltern und ihr Bruder wurden in Auschwitz ermordet. Sie erlebte Verfolgung und Krieg im Berliner Untergrund sowie im KZ Theresienstadt.
Nach diesem Horror emigrierte sie 1946 in die USA. Frau Friedländer lebte in New York, bis sie nach über sechzig Jahre wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Verlegung von weiteren Stolpersteinen

24.5.2018

14.6.2018

Spaziergänge auf den Spuren jüdischen Lebens

Zahlreiche jüdische Bürgerinnen und Bürger lebten in Kassel, ehe ein seit 1933 entfesselter Antisemitismus sie zunehmend entrechtete, ihre Heimat zu verlassen zwang, in den Tod trieb und ermordete. Die Spaziergänge mit Wolfgang Matthäus führen zu Orten, die von ihnen geprägt wurden, an sie erinnern oder mit ihrer Verfolgung verbunden sind. Zeitgenössische Fotos ergänzen die Anschauung vor Ort heute.

 

In Kooperation mit den Vereinen Kassel-West und Gegen Vergessen - Für Demokratie

 

 

 

Von der Annastraße zum August-Bebel-Platz

 

5.5.2018 - 15.30 Uhr | Treffpunkt: Tramhaltestelle Annastraße (stadteinwärts) | Ende am August-Bebel-Platz | Dauer ca. 90-120 Min.

 

 

 

Auf den Spuren  des Stadtteilgründers Sigmund Aschrott

 

12.5.2018 - 15.30 Uhr | Treffpunkt Parkstraße Ecke Westendstraße

 

Ende: Aschrottpark | Dauer ca. 90-120 Min.

 

 

 

Von der Annastraße zur Synagoge

 

19.5.2018 -15.30 Uhr | Treffpunkt: Tramhaltestelle Annastraße (stadteinwärts) | Ende in der unteren Königsstraße | Dauer ca. 90-120 Min.

 

 

 

Vom Königstor zum Kulturbahnhof

 

26.5.2018 - 15.30 Uhr | Treffpunkt vor dem ehemaligen Polizeipräsidum im Königstor | Ende im Kulturbahnhof | Dauer ca. 90 Min.

 

 

 

Alle Veranstaltungen sind kostenlos.

 

Um eine Spende wird gebeten.

 

7.6.2018 19 Uhr

Jahreshauptversammlung