Herzlich willkommen bei Stolpersteine in Kassel e. V.

Hier finden Sie Informationen über unsere Tätigkeit in der jüngeren Vergangenheit.

Mehr finden Sie unter dem Menüpunkt "Archiv".

"Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist."

Gunter Demnig mit Hut
Gunter Demnig (Foto von Karin Richert)

Mit Stolpersteinen den Menschen ihren Namen wiedergeben, die Opfer in der Nazizeit wurden - das ist das europaweite Anliegen des Künstlers Gunter Demnig.

Die Opfer waren Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer. Es gab Millionen solcher Opfer, die nach dem Willen der Nationalsozialisten namenlos, heimatlos und geschichtslos bleiben sollten.

Den Namen wiedergeben: Auf Messingplatten, die auf 10 x 10 cm großen Betonquadern verankert sind, werden Name, Geburts- und Todesjahr mit Schicksalsangaben eingelassen. Jedes Opfer erhält einen persönlichen Stein. So werden Identität und Schicksal lesbar. Durch den Gedenkstein vor den Häusern der Opfer wird die Erinnerung an sie und ihre Geschichte wieder in unsere alltäglichen Wege geholt.

 

Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig hat für sie diese Kunstform entwickelt. In ca. tausend deutschen und europäischen Gemeinden und Städten hat er bisher über 60.000 Stolpersteine verlegt, unterstützt von örtlichen Initiativen. „Jeder persönliche Stein symbolisiert auch die Gesamtheit der Opfer, denn die eigentlich nötigen Steine kann man nicht alle verlegen“, sagt er. 

Eine besondere Verlegung von Steinen im Juli 2019

Ein "Top" der Woche in Kassel

„Tops

Stolpersteine:

Alles war bestens vorbereitet vom Stolperstein-Verein: Zur jüngsten Verlegung der Gedenksteine für die Opfer des Nationalsozialismus am Dienstag hatte sich eine große Zahl an Angehörigen aus Israel, Frankreich, Australien angesagt. Musiker standen bereit, um für einen würdevollen Rahmen zu sorgen. Doch dann kam morgens die Hiobsbotschaft: Künstler Gunter Demnig, der die meisten Steine persönlich verlegt, hatte mit seinem Transporter, mit dem er 50 Steine bringen wollte, eine Panne. Was tun? Schnell wurde arrangiert, dass Demnigs Frau Katja wenigstens die Steine, die verlegt werden sollten, nach Kassel bringt. Dann wurde das Rathaus um Hilfegebeten. Das reagierte prompt und schickte gleich Profis vom Bauhof, die die Arbeiten übernahmen. „Die Stadt hat die Verlegung unserer Stolpersteine ermöglicht“, schwärmt Wolfgang Matthäus vom Vereinsvorstand. Sie sei „situativ und flexibel“ auf das Problem eingegangen: „Das war großartig.“ Die Anwesenden bedachten die Arbeit mehrfach mit Applaus.“

Dieser Text von Christina Hein war am 13. Juli 2019 unter der Überschrift „Tops und Flops“ in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) zu lesen.

 

 

Katja Demnig bringt die Steine und zu aller Freude kommen auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, um Gunter Demnigs Arbeit an diesem Tag zu übernehmen.

Verlegt wurden an diesem Tag Steine für Angehörige der Familien Rosenberg (u. a. auch Shmulik Rosenberg, der mit weiteren Familienmitgliedern nach Kassel gekommen war), Verständig (auch hier waren Angehörige dabei), Kander, Heilbrunn (unter Teilnahme von Nachfahren) sowie Speier. Eine Premiere war es, dass die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs bei dem Einbau der Steine für die Familie Heilbrunn Sand aus Israel unter den Kasseler Sand mischten. Die Zeremonien wurden musikalisch und vom Kantor der jüdischen Gemeinde Jakob Axenrod mit Gebeten begleitet.

 

Zahlreiche Fotos von allen Verlegungen an diesem Tag finden Sie hier.

 

Professionelle Arbeit - in einem Falle auch mit Sand aus Israel.

Der Zeitplan am 9. Juli konnte trotz der einzigartigen Hilfe durch die Stadt und allerdings nicht eingehalten werden, so dass wir die drei weiteren geplanten Verlegungen erst eine Woche später, am 16. Juli, durchführten: für die Familien Blau, Zalcman und Plaut. Weitere Fotos von diesen Verlegungen finden Sie hier.

Philipp Hoffmann, Jochen Boczkowski und Margrit Stiefel bei der Verlegung für die Familie Blau.

Gudrun Schmidt erläutert die Geschichte und das Schicksal der Familie Zalcman.

Jabob Axenrod spricht ein Gebet für die Angehörigen der Famlie Plaut.

Jürgen Strube erläutert deren Schicksal.

Von der Stolpersteinverlegung in der Großen Rosenstraße gestaltete unser Vereinsmitglied Klaus Brocke eine Fotocollage. Sie zeigt u. a. die Große Rosenstraße, in der sich das Zentrum der jüdischen Gemeinde befand, am 8. November 1938 mit den Verwüstungen durch den Pogrom am Abend vorher.

Fotocollage von Klaus Brocke
Fotocollage von Klaus Brocke

Stadt Kassel zeichnet Engagement für Stolpersteine aus

Ehrennadeln für Gunter Demnig und Jochen Boczkowski am 1. Feburar 2019

Oberbürgermeister Christian Geselle bei seiner Laudatio - Gunter Demnig und Jochen Boczkowski im Gespräch - Edeltraud und Jochen Boczkowski, Gunter und Katja Demnig - Jochen Boczkowski gibt seine persönlichen Einblicke in die Arbeit von Stolpersteine in Kassel e. V.

Ohne seinen "Erfinder" und Motor Gunter Demnig gäbe es das inzwischen weltumspannende Projekt der Stolpersteine nicht. Ohne Jochen Boczkowskis unermüdliches Engagement, das Projekt in Kassel voranzutreiben, wäre die Verlegung von bislang 223 Stolpersteinen vor Ort kaum denkbar. Dass es gelungen ist, in Kassel ehedem vertretene Vorbehalte auszuräumen und die Erinnerungsarbeit über viele sonst trennenden Grenzen hinweg sich hoher Anerkennung erfreut, ist vor allem auch sein Verdienst. Diese Anerkennung brachte die Stadt nun durch die Verleihung der Ehrennade durch Oberbürgermeister Geselle an Gunter Demnig und Jochen Boczkowski in einer Feierstunde im Rathaus zum Ausdruck. Die HNA widmete sich dieser Auszeichnung ausführlich.

Putzen und Gedenken im Januar 2019


Zahlreiche Menschen sorgten rund um den 74. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wie in den Jahren zuvor dafür, unsere 223 Stolpersteine in neues Glanz zu bringen und sie mit Blumen und Kerzen zu schmücken. Nicht selten auch eine Gelegenheit mit Passanten ins Gespräch zu kommen und sich immer wieder neu der Biografien der Geehrten zu nähern.

Der in New York lebende 20-jährige Shanan Miller ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Besuch in Kassel wenige Tage zuvor, die Stolpersteine für seine Ur-Ur-Großeltern Helene und Siegfried Pincus in der Friedrich-Engels-Strße zu pflegen. Dabei verriet er uns, dass sein Vorname letztlich dem von Siegfrid Pincus entspreche (Fotos unten):

Familie Tisch                                  Ernst Reuse                                    Familie Stiefel

Putz- und Gedenkaktionen 2018

Familie Treiser Mönchebergstraße

Familie London Schillerstraße

Jonny Silberge

Goethestraße

Familie Tisch

Sickingenstraße


Zahlreiche Menschen beteiligten sich auch im November 2018 wieder. Darunter einge ganze Reihe, die spontan auf den Artikel in der Hessischen Allgemeinen (HNA) mit der Ankündigung unserer Aktion reagierten und darum baten, helfen und mitwirken zu dürfen. Ihnen allen gilt unser Dank.

Unserem sozialen Netzwerk der Erinnerungskultur gelingt es so immer wieder auf beeindruckende Weise, die Erinnerung an die Opfer des NS deutlich sichtbar im Stadtbild zu verankern.

 

Dass wir nicht nur Stolpersteine verlegen, sondern viele Menschen auch zu einem aktiven Engagement bewegen, hat inzwischen langjährige Vorbehalte gegenüber der Verlegung von Stolpersteinen in unserer Stadt ausräumen können.

Vom städtischen Bauhof verlegt:   Feierliche Einweihungen  14. Juni 2018

Nicht zum ersten Mal  wurden Stolpersteine vom Bauhof der Stadt verlegt und von uns "nur" noch eingeweiht: eine Verlegung in "Eigenregie" ohne Gunter Demnig selbst, der zuletzt im März bei uns war und bei dem von ihm selbst vorgenommenen Verlegungen gleichfalls auf die Vorarbeiten des Bauhofes zurückgreifen konnte. Für die solidarische und reibungslos funktionierende Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt bedanken wir uns ganz herzlich.

In der Mittelgasse erinnern nun fünf Steine an die jüdische Familie Knopf, von der nur einer überlebte, und zwei Steine an Erna und Willi Paul, die politischen Widerstand geleistet hatten, aber überlebten. Das Ehepaar Katz in der Gießbergstraße 1 überlebte den Völkermord ebenso wenig wie - bis auf einen Sohn - die jüdische Familie London aus der Schillerstraße 7. In der Quellhofstraße 20 erinnert ein Stein nun an den Zeugen Jehovas Otto Friedrich, der wegen seiner Überzeugung mehr als acht Jahre inhaftiert war.

Philipp Hoffmann begleitet die Verlegung der Steine für die Familie Knopf musikalisch.

Jürgen Strube und Margrit Stiefel erläutern die Familiengeschichte.

Verlegung für Erna und Willi Paul vor dem Haus Mittelgasse 8 (früher 22) - Wolfgang Matthäus erläutert die Biografie

Verlegung für das Ehepaar Katz, Jochen Boczkowski erläutert die Biografien

Der Kantor der jüdischen Gemeinde Jakov Axenrod spricht ein Gebet - Gudrun Schmidt weiht die Steine mit Blumen und Kerzen ein

Schülerinnen des Wilhelmsgymnasiums singen zur Verlegung des Steins für ihren ehemaligen Schüler Hans Joachim London.

Ulrike Neyer trägt die Ergebnisse ihrer umfangreichen Recherchen zur Familie London vor.

Zahlreiche Zeugen Jehovas begleiteten die Verlegung des Steins für Otto Friedrich  - auch musikalisch mit "Liedern für Jehova"

Wilfried Siegner (2. von links) erläuterte Otto Friedrichs Biografie

Mit der Anteilnahme zahlreicher Nachfahren ...

.. fand die Verlegung weiterer Stolpersteine am Donnerstag, 24. Mai 2018, statt - darunter die für den 200. Stein in Kassel. Die HNA berichtete am Tag darauf und am Samstag über die Verlegung in der Friedrich-Engels-Straße 26 für Helene und Siegfried Pincus.

Fotos von dieser und den anderen drei Verlegestellen hier.

Die Verlegung in der Friedrich-Ebert-Straße 43 war dem Kommunisten Justus Krug gewidmet, der sich 1935 in der Untersuchungshaft im Polizeipräsidium am Königstor - nur wenige Schritte von seiner Wohnung entfernt - der weiteren Verfolgung durch Freitod entzog.

Zu der Verlegung von Steinen für Gertrud Oppenheim und ihre Kinder in der Sternbergstraße waren wiederum zahlreiche Nachfahren aus dem Ausland angereist.

Der in der Nähe von Darmstadt wohnende Manfred Menges, hatte es nicht so weit, um zusammen mit seiner Frau an der Stolpersteinverlegung für seinen von den Nazis hingerichteten Vater teilzunehmen.

 

"So bleibt die Erinnerung wach" -39 weitere Stolpersteine

… verlegte Gunter Demnig am 5. März 2018 an neun Stellen  - fast ausschließlich im Stadtteil Wesertor. Ein besonderes Ereignis war dabei unter anderem das Zusammentreffen des in England lebenden Manfred Goldberg mit seinem ehemaligen Kasseler Schulkameraden an der jüdischen Schule Werner Golnik. Beide waren am 9. Dezember 1941 mit ihren Familien nach Riga deportiert worden, beide verschleppte man später in das KZ Stutthof bei Danzig. Nach mehr als 70 Jahren trafen sich die Überlebenden zur Verlegung von Stolpersteinen für Manfred Goldbergs Familie zum ersten Mal wieder. Die Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtete auf der ersten Seite.

 

HNA vom 6. März 2018 (im Text steht irrtümlich 1936-1943 statt 1936-1941)
HNA vom 6. März 2018 (im Text steht irrtümlich 1936-1943 statt 1936-1941)

Eine Besonderheit war sicherlich auch, dass der Shalom Chor  Berlin am Vorabend der Stolpersteinverlegungen im Zusammenhang mit der Ausstellung  „Leben nach dem Überleben“ ein beeindruckendes Konzert in der überfüllten Synagoge gab, dem die beiden Überlebenden beiwohnten. Vermittelt war das Konzert durch das Chormitglied Pedro Elsbach, für dessen Familie am nächsten Tag gleichfalls Stolpersteine verlegt wurden. Auch dabei sang der Chor.

Ungewöhnlich war zudem, wie am Bürgipark an der Mönchebergstraße gleich zehn künftig unübersehbare Stolpersteine für die kinderreiche Familie Treiser unter dem Beisein mehrerer Nachfahren verlegt wurden. „So bleibt die Erinnerung wach“, sagte der in Tel Aviv lebende Gil Treiser, der die Stolpersteine für seine Familie angeregt hatte.

Der Verlegung des Steins für den Sozialdemokraten Richard Hauschildt, den die Nazis in den Tod getrieben hatten, wohnten Mitglieder der Familie Wittrock und eine ganze Reihe von heutigen Funktionsträgern der Partei bei.

In fast allen Familien, an die nun Steine erinnern, waren auch Kinder, die der Verfolgung zum Opfer fielen - eine Gruppe, der sich ein Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins in besonderem Maße verpflichtet fühlt und deren Schicksale aufklärt. Besonders berührend war es deshalb, wie - nicht zum ersten Mal - Kinder der Unterneustädter Schule an Stolpersteinverlegungen teilnahmen und sie mitgestalteten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Integrationskurses für Migranten lernten am Möncheberg viel über die Geschichte ihrer neuen Heimat und darüber, wie diese mit ihr umgeht.

 

Gunter Demnig verlegte Steine für Mitglieder der jüdischen Familien Treiser, Ehrlich, Elsbach, Gipfel, Goldberg, Rosenberg, Möllerich und Sommer. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde und ihr Kantor begleiteten dies. Ein Stein erinnert an den politisch Verfolgten Richard Hauschildt.

 

 

Gunter Demnig mit Familie Treiser und dem Vorsitzenden Jochen Boczkowski - Kinder der Unterneustädter Grundschule

Elena Padva vom Sara Nussbaum Zentrum - Wolfgang Bahr zeigt Fotos der Kinder der Familie Ehrlich - Der Kantor der jüdischen Gemeinde Jakow Axenrod und das Gedenkblatt für die Familie Rosenberg

Der Shalom Chor Berlin bei der Verlegung für die Familie Elsbach - Zeremonie für die Familie Goldberg mit Manfred Goldberg in der Mitte

weitere Fotos von den Verlegungen am 5.3.2018 hier


Ein "Millionengeschäft"?

NDR.de .KULTUR   5.11. 2014   von Daniel Kaiser

MILLIONENGESCHÄFT ?

Die Ziele des Vereins

TERMINE  2019

Verlegung von neuen Stolpersteinen am                              19.September                22. Oktober

 

mehr Informationen demnächst  hier