Herzlich willkommen bei Stolpersteine in Kassel e. V.

Hier finden Sie Informationen über unsere Tätigkeit in der jüngeren Vergangenheit.

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Erklärung zum Terrorakt in Halle

Der unerträgliche rechte Terrorakt von Halle erfüllt uns mit Trauer. Unser Mitgefühl gilt den Opfern mit ihren Familien und den jüdischen Gemeinden in Deutschland. Er erfüllt uns zugleich mit Empörung und bestärkt uns, jetzt erst recht mit unserer Arbeit in aller Entschiedenheit für eine Gesellschaft einzutreten, in der Faschismus und Antisemitismus keinen Platz haben. 

"Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist."

Gunter Demnig mit Hut
Gunter Demnig (Foto von Karin Richert)

Mit Stolpersteinen den Menschen ihren Namen wiedergeben, die Opfer in der Nazizeit wurden - das ist das europaweite Anliegen des Künstlers Gunter Demnig.

Die Opfer waren Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer. Es gab Millionen solcher Opfer, die nach dem Willen der Nationalsozialisten namenlos, heimatlos und geschichtslos bleiben sollten.

Den Namen wiedergeben: Auf Messingplatten, die auf 10 x 10 cm großen Betonquadern verankert sind, werden Name, Geburts- und Todesjahr mit Schicksalsangaben eingelassen. Jedes Opfer erhält einen persönlichen Stein. So werden Identität und Schicksal lesbar. Durch den Gedenkstein vor den Häusern der Opfer wird die Erinnerung an sie und ihre Geschichte wieder in unsere alltäglichen Wege geholt.

 

Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig hat für sie diese Kunstform entwickelt. In ca. tausend deutschen und europäischen Gemeinden und Städten hat er bisher über 60.000 Stolpersteine verlegt, unterstützt von örtlichen Initiativen. „Jeder persönliche Stein symbolisiert auch die Gesamtheit der Opfer, denn die eigentlich nötigen Steine kann man nicht alle verlegen“, sagt er. 

November 2019: reinigen, erinnern und mahnen

Axel Engelhardt und seine Tochter Clara pflegten und schmückten die Stolpersteine der Familie Treiser in der Mönchebergstraße am Bürgipark.
Axel Engelhardt und seine Tochter Clara pflegten und schmückten die Stolpersteine der Familie Treiser in der Mönchebergstraße am Bürgipark.

Überwältigend war auch in diesem Jahr die Resonanz auf unseren Aufruf, anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome von 1938 die Stolpersteine zu reinigen und zu schmücken. Neben Vereinsmitgliedern und Steinpaten waren spontan zahlreiche weitere Menschen in der Stadt unterwegs, um sich an dieser Form des Gedenkens und Erinnerns zu beteiligen – und damit gerade in dieser Zeit sichtbare Zeichen zu setzen gegen das Wiederaufleben menschenverachtender Ideen und leider auch Taten.

                                                                                                                                                      weitere Fotos hier

 

Eine Menschenkette am 13. November 2019 ...

... bildeten Unterrichtende und Auszubildende des Kasseler Fröbelseminars von ihrer Schule über 230 Meter hinweg bis zu den Stolpersteinen in der Sternbergstraße für die Familie Oppenheim, die an diesem Tag unter der Anleitung von Gudrun Schmidt geputzt und geschmückt wurden. Mehr darüber hier.

Der erste Stein am Brasselsberg – und „erste Stolpersteine für Angenröder Opfer“

Fünf neue Steine am 22. Oktober 2019

Verlegung der Steine vor der Mönchebergstraße 21 mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern der Carl-Schomburg-Schule
Verlegung der Steine vor der Mönchebergstraße 21 mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern der Carl-Schomburg-Schule

Mit den Steinen in der Mönchebergstraße 21 für Hermann Katz und die Schwestern Fanny Katz und Rickchen Schaumberger, die beide aus dem heutigen Alsfelder Stadtteil Angenrod stammten, wurden „erste Stolpersteine für Angenröder Opfer“ der Shoah aus dieser ländlichen Gemeinde verlegt, wie die Oberhessische Zeitung in Alsfeld bereits am 26. September in einem ausführlichen Bericht würdigte. Prof. Dr. Ingfried Stahl aus Angenrod sprach uns bei der Verlegung dafür ausdrücklich seine Anerkennung aus und bedauerte, dass es in seinem Heimatort selbst bislang noch keinen Stolperstein gebe – trotz einer hohen Zahl von Opfern. Schülerinnen und Schüler der Carl-Schomburg-Schule gestalteten mit sehr einfühlsamen eigenen Beiträgen die Verlegung der drei Steine im Stadtteil Wesertor.

Zuvor war in der Holländischen Straße 103 der Stolperstein für Valentin Gabel verlegt worden, der als Kommunist seinen Widerstand gegen den Faschismus mit einer mehr als zehnjährigen Haft und der Überstellung in eine SS-Sonderheit bezahlte, die er nicht überleben sollte. Die Anregung war hier aus der Familie gekommen und mehrere Familienmitglieder nahmen bewegten Anteil an der Verlegung des Steines, die – wie auch die beiden anderen Verlegungen – von Philipp Hoffmann musikalisch begleitet wurde.

Den Abschluss bildete die erstmalige Verlegung eines Stolpersteins am Brasselsberg, und zwar in der Hirzsteinstraße 15 für Max Oestreicher. Wie bei den anderen Steinen kam auch hier die Anregung von außerhalb. Tom Nowotny, der sie gegeben hatte, war mit Mutter, Söhnen und Enkeltochter angereist, um an der Zeremonie teilzunehmen. Wie auch Jochen Boczkowski zuvor unterstrich er, wie wichtig gerade angesichts der aktuellen Situation mit rechten Terrorakten, zunehmendem Rassismus und Antisemitismus die historische Aufklärung, das Erinnern und Gedenken seien.

Sechs neue Stolpersteine im Vorderen Westen

„Flucht in den Tod“ heißt es auf drei von sechs neuen Stolpersteinen, die am 19. September im Vorderen Westen zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus verlegt wurden. Levi Katz, der in der Querallee 36 wohnte, ertränkte sich bereits im Mai 1933 im Asch im Bergpark, nachdem die Nationalsozialisten vor allem auch in Kassel den Terror gegen politische Gegner und Juden entfacht hatten. Seine Schwägerin, die Witwe Anna Katz, erhängte sich im April 1937 in ihrer Wohnung in der Prinzenstraße 10 (Pestalozzistraße). Die verwitwete Eigentümerin des Hauses Kaiserstraße 73 (Goethestraße) Bertha Katz kam dem Schicksal von mehr als 20 ihrer Mieter zuvor, die von Kassel aus in den Tod deportiert werden sollten – darunter auch Levi Katz‘ Witwe Johanna und sein Sohn Arthur. Sie starb im April 1941 an einer Überdosis Veronal-Tabletten. „Motiv: Lebensüberdruss“ heißt es in ihrer Sterbeurkunde.

Unter den zahlreichen Menschen, die diesen Verlegungen beiwohnten, waren auch die in Tel Aviv lebende Enkelin von Anna Katz, Judith Kirschbaum, ihr Ehemann Zuri und ihre drei Kinder Iris, Guy und Liron, die eigens zu diesem Anlass nach Kassel gekommen waren.

 

Familie Kirschbaum aus Tel Avi vor den Stolpersteinen für Johanna, Levi und Arthur Katz

Judith Kirschbaum bei der Einweihung des Solpersteins für ihre Großmutter Anna Katz.Sie bedankt sich und gibt Einblicke in das Leben der Familie in Palästina und Israel.

Links: Einweihung des Stolpersteines für Bertha Katz in der Goethestraße 73

Rechts: Martin Speicher bei der Einweihung des Stolpersteins für Leon Boczkowski.

Eindruchsvoll begleitet wurden drei der vier Verlegungen von Martin Speicher und seiner Klarinette. Auch für die des Steins für Leon Boczkowski. Als Mitglied der Kommunistischen Partei 1933 verhaftet, wurde Leon Boczkowki 1934 zu einer Haftstrafe verurteilt, nach deren Verbüßung sich die willkürliche „Schutzhaft“  in mehreren Konzentrationslagern anschloss: in Lichtenburg, Buchenwald, Dachau und Flossenbürg. Am 20. April 1945 von amerikanischen Soldaten befreit, sollte er - traumatisiert -  von dem Erlittenen nie wirklich befreit werden.

 

Weitere Fotos von den Verlegungen finden Sie hier.

 

Ein Film über Stolpersteinverlegungen am 19. September 2019 und den Besuch der Familie Kirschbaum aus Tel Aviv in Kassel

Judith Kirschbaums Sohn Guy drehte während des Besuchs seiner Familie in Kassel einen Film, der unter anderem die Stolpersteinverlegungen für Anna, Johanna, Arthur und Levi Katz ausführlich dokumentiert.

Sie finden dieses Video auf youtube.

Eine großzügige Spende und auch besondere Würdigung

Grund zur Freude und Anlass zum Dank hatte unser Vorsitzender Jochen Boczkowski am 19.9.2019 bei der Verlegúng eines Stolpersteines für seinen Onkel, den von 1933 bis 1945 inhaftierten Widerstandskämpfer Leon Boczkowski. Bei diesem Anlass überreichte Klaus Lott (Foto rechts) symbolisch für den Verein Kontaktgruppe Hermannstaße eine Spende von 2.500 € an unseren Verein zur Finanzierung weiterer Stolpersteine. Klaus Lott bezeichnete als Motiv für diese Spende, dass es seinem Verein derzeit besonders wichtig sei, diejenigen zu unterstützen, die einen Beitrag im Kampf gegen die rechtsextremen Entwicklungen in unserer Gesellschaft leisten.

Eine besondere Verlegung von Steinen im Juli 2019

Ein "Top" der Woche in Kassel

„Tops

Stolpersteine:

Alles war bestens vorbereitet vom Stolperstein-Verein: Zur jüngsten Verlegung der Gedenksteine für die Opfer des Nationalsozialismus am Dienstag hatte sich eine große Zahl an Angehörigen aus Israel, Frankreich, Australien angesagt. Musiker standen bereit, um für einen würdevollen Rahmen zu sorgen. Doch dann kam morgens die Hiobsbotschaft: Künstler Gunter Demnig, der die meisten Steine persönlich verlegt, hatte mit seinem Transporter, mit dem er 50 Steine bringen wollte, eine Panne. Was tun? Schnell wurde arrangiert, dass Demnigs Frau Katja wenigstens die Steine, die verlegt werden sollten, nach Kassel bringt. Dann wurde das Rathaus um Hilfegebeten. Das reagierte prompt und schickte gleich Profis vom Bauhof, die die Arbeiten übernahmen. „Die Stadt hat die Verlegung unserer Stolpersteine ermöglicht“, schwärmt Wolfgang Matthäus vom Vereinsvorstand. Sie sei „situativ und flexibel“ auf das Problem eingegangen: „Das war großartig.“ Die Anwesenden bedachten die Arbeit mehrfach mit Applaus.“

Dieser Text von Christina Hein war am 13. Juli 2019 unter der Überschrift „Tops und Flops“ in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) zu lesen.

 

 

Katja Demnig bringt die Steine und zu aller Freude kommen auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, um Gunter Demnigs Arbeit an diesem Tag zu übernehmen.

Verlegt wurden an diesem Tag Steine für Angehörige der Familien Rosenberg (u. a. auch Shmulik Rosenberg, der mit weiteren Familienmitgliedern nach Kassel gekommen war), Verständig (auch hier waren Angehörige dabei), Kander, Heilbrunn (unter Teilnahme von Nachfahren) sowie Speier. Eine Premiere war es, dass die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs bei dem Einbau der Steine für die Familie Heilbrunn Sand aus Israel unter den Kasseler Sand mischten. Die Zeremonien wurden musikalisch und vom Kantor der jüdischen Gemeinde Jakob Axenrod mit Gebeten begleitet.

 

Zahlreiche Fotos von allen Verlegungen an diesem Tag finden Sie hier.

 

Professionelle Arbeit - in einem Falle auch mit Sand aus Israel.

Der Zeitplan am 9. Juli konnte trotz der einzigartigen Hilfe durch die Stadt und allerdings nicht eingehalten werden, so dass wir die drei weiteren geplanten Verlegungen erst eine Woche später, am 16. Juli, durchführten: für die Familien Blau, Zalcman und Plaut. Weitere Fotos von diesen Verlegungen finden Sie hier.

Philipp Hoffmann, Jochen Boczkowski und Margrit Stiefel bei der Verlegung für die Familie Blau.

Gudrun Schmidt erläutert die Geschichte und das Schicksal der Familie Zalcman.

Jabob Axenrod spricht ein Gebet für die Angehörigen der Famlie Plaut.

Jürgen Strube erläutert deren Schicksal.

Von der Stolpersteinverlegung in der Großen Rosenstraße gestaltete unser Vereinsmitglied Klaus Brocke eine Fotocollage. Sie zeigt u. a. die Große Rosenstraße, in der sich das Zentrum der jüdischen Gemeinde befand, am 8. November 1938 mit den Verwüstungen durch den Pogrom am Abend vorher.

Fotocollage von Klaus Brocke
Fotocollage von Klaus Brocke

Stadt Kassel zeichnet Engagement für Stolpersteine aus

Ehrennadeln für Gunter Demnig und Jochen Boczkowski am 1. Feburar 2019

Oberbürgermeister Christian Geselle bei seiner Laudatio - Gunter Demnig und Jochen Boczkowski im Gespräch - Edeltraud und Jochen Boczkowski, Gunter und Katja Demnig - Jochen Boczkowski gibt seine persönlichen Einblicke in die Arbeit von Stolpersteine in Kassel e. V.

Ohne seinen "Erfinder" und Motor Gunter Demnig gäbe es das inzwischen weltumspannende Projekt der Stolpersteine nicht. Ohne Jochen Boczkowskis unermüdliches Engagement, das Projekt in Kassel voranzutreiben, wäre die Verlegung von bislang 223 Stolpersteinen vor Ort kaum denkbar. Dass es gelungen ist, in Kassel ehedem vertretene Vorbehalte auszuräumen und die Erinnerungsarbeit über viele sonst trennenden Grenzen hinweg sich hoher Anerkennung erfreut, ist vor allem auch sein Verdienst. Diese Anerkennung brachte die Stadt nun durch die Verleihung der Ehrennade durch Oberbürgermeister Geselle an Gunter Demnig und Jochen Boczkowski in einer Feierstunde im Rathaus zum Ausdruck. Die HNA widmete sich dieser Auszeichnung ausführlich.

Putzen und Gedenken im Januar 2019


Zahlreiche Menschen sorgten rund um den 74. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wie in den Jahren zuvor dafür, unsere 223 Stolpersteine in neues Glanz zu bringen und sie mit Blumen und Kerzen zu schmücken. Nicht selten auch eine Gelegenheit mit Passanten ins Gespräch zu kommen und sich immer wieder neu der Biografien der Geehrten zu nähern.

Der in New York lebende 20-jährige Shanan Miller ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Besuch in Kassel wenige Tage zuvor, die Stolpersteine für seine Ur-Ur-Großeltern Helene und Siegfried Pincus in der Friedrich-Engels-Strße zu pflegen. Dabei verriet er uns, dass sein Vorname letztlich dem von Siegfrid Pincus entspreche (Fotos unten):

Familie Tisch                                  Ernst Reuse                                    Familie Stiefel

Putz- und Gedenkaktionen 2018

Familie Treiser Mönchebergstraße

Familie London Schillerstraße

Jonny Silberge

Goethestraße

Familie Tisch

Sickingenstraße


Zahlreiche Menschen beteiligten sich auch im November 2018 wieder. Darunter einge ganze Reihe, die spontan auf den Artikel in der Hessischen Allgemeinen (HNA) mit der Ankündigung unserer Aktion reagierten und darum baten, helfen und mitwirken zu dürfen. Ihnen allen gilt unser Dank.

Unserem sozialen Netzwerk der Erinnerungskultur gelingt es so immer wieder auf beeindruckende Weise, die Erinnerung an die Opfer des NS deutlich sichtbar im Stadtbild zu verankern.

 

Dass wir nicht nur Stolpersteine verlegen, sondern viele Menschen auch zu einem aktiven Engagement bewegen, hat inzwischen langjährige Vorbehalte gegenüber der Verlegung von Stolpersteinen in unserer Stadt ausräumen können.

Vom städtischen Bauhof verlegt:   Feierliche Einweihungen  14. Juni 2018

Nicht zum ersten Mal  wurden Stolpersteine vom Bauhof der Stadt verlegt und von uns "nur" noch eingeweiht: eine Verlegung in "Eigenregie" ohne Gunter Demnig selbst, der zuletzt im März bei uns war und bei dem von ihm selbst vorgenommenen Verlegungen gleichfalls auf die Vorarbeiten des Bauhofes zurückgreifen konnte. Für die solidarische und reibungslos funktionierende Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt bedanken wir uns ganz herzlich.

In der Mittelgasse erinnern nun fünf Steine an die jüdische Familie Knopf, von der nur einer überlebte, und zwei Steine an Erna und Willi Paul, die politischen Widerstand geleistet hatten, aber überlebten. Das Ehepaar Katz in der Gießbergstraße 1 überlebte den Völkermord ebenso wenig wie - bis auf einen Sohn - die jüdische Familie London aus der Schillerstraße 7. In der Quellhofstraße 20 erinnert ein Stein nun an den Zeugen Jehovas Otto Friedrich, der wegen seiner Überzeugung mehr als acht Jahre inhaftiert war.

Philipp Hoffmann begleitet die Verlegung der Steine für die Familie Knopf musikalisch.

Jürgen Strube und Margrit Stiefel erläutern die Familiengeschichte.

Verlegung für Erna und Willi Paul vor dem Haus Mittelgasse 8 (früher 22) - Wolfgang Matthäus erläutert die Biografie

Verlegung für das Ehepaar Katz, Jochen Boczkowski erläutert die Biografien

Der Kantor der jüdischen Gemeinde Jakov Axenrod spricht ein Gebet - Gudrun Schmidt weiht die Steine mit Blumen und Kerzen ein

Schülerinnen des Wilhelmsgymnasiums singen zur Verlegung des Steins für ihren ehemaligen Schüler Hans Joachim London.

Ulrike Neyer trägt die Ergebnisse ihrer umfangreichen Recherchen zur Familie London vor.

Zahlreiche Zeugen Jehovas begleiteten die Verlegung des Steins für Otto Friedrich  - auch musikalisch mit "Liedern für Jehova"

Wilfried Siegner (2. von links) erläuterte Otto Friedrichs Biografie

Mit der Anteilnahme zahlreicher Nachfahren ...

.. fand die Verlegung weiterer Stolpersteine am Donnerstag, 24. Mai 2018, statt - darunter die für den 200. Stein in Kassel. Die HNA berichtete am Tag darauf und am Samstag über die Verlegung in der Friedrich-Engels-Straße 26 für Helene und Siegfried Pincus.

Fotos von dieser und den anderen drei Verlegestellen hier.

Die Verlegung in der Friedrich-Ebert-Straße 43 war dem Kommunisten Justus Krug gewidmet, der sich 1935 in der Untersuchungshaft im Polizeipräsidium am Königstor - nur wenige Schritte von seiner Wohnung entfernt - der weiteren Verfolgung durch Freitod entzog.

Zu der Verlegung von Steinen für Gertrud Oppenheim und ihre Kinder in der Sternbergstraße waren wiederum zahlreiche Nachfahren aus dem Ausland angereist.

Der in der Nähe von Darmstadt wohnende Manfred Menges, hatte es nicht so weit, um zusammen mit seiner Frau an der Stolpersteinverlegung für seinen von den Nazis hingerichteten Vater teilzunehmen.

 

"So bleibt die Erinnerung wach" -39 weitere Stolpersteine

… verlegte Gunter Demnig am 5. März 2018 an neun Stellen  - fast ausschließlich im Stadtteil Wesertor. Ein besonderes Ereignis war dabei unter anderem das Zusammentreffen des in England lebenden Manfred Goldberg mit seinem ehemaligen Kasseler Schulkameraden an der jüdischen Schule Werner Golnik. Beide waren am 9. Dezember 1941 mit ihren Familien nach Riga deportiert worden, beide verschleppte man später in das KZ Stutthof bei Danzig. Nach mehr als 70 Jahren trafen sich die Überlebenden zur Verlegung von Stolpersteinen für Manfred Goldbergs Familie zum ersten Mal wieder. Die Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtete auf der ersten Seite.

 

HNA vom 6. März 2018 (im Text steht irrtümlich 1936-1943 statt 1936-1941)
HNA vom 6. März 2018 (im Text steht irrtümlich 1936-1943 statt 1936-1941)

Eine Besonderheit war sicherlich auch, dass der Shalom Chor  Berlin am Vorabend der Stolpersteinverlegungen im Zusammenhang mit der Ausstellung  „Leben nach dem Überleben“ ein beeindruckendes Konzert in der überfüllten Synagoge gab, dem die beiden Überlebenden beiwohnten. Vermittelt war das Konzert durch das Chormitglied Pedro Elsbach, für dessen Familie am nächsten Tag gleichfalls Stolpersteine verlegt wurden. Auch dabei sang der Chor.

Ungewöhnlich war zudem, wie am Bürgipark an der Mönchebergstraße gleich zehn künftig unübersehbare Stolpersteine für die kinderreiche Familie Treiser unter dem Beisein mehrerer Nachfahren verlegt wurden. „So bleibt die Erinnerung wach“, sagte der in Tel Aviv lebende Gil Treiser, der die Stolpersteine für seine Familie angeregt hatte.

Der Verlegung des Steins für den Sozialdemokraten Richard Hauschildt, den die Nazis in den Tod getrieben hatten, wohnten Mitglieder der Familie Wittrock und eine ganze Reihe von heutigen Funktionsträgern der Partei bei.

In fast allen Familien, an die nun Steine erinnern, waren auch Kinder, die der Verfolgung zum Opfer fielen - eine Gruppe, der sich ein Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins in besonderem Maße verpflichtet fühlt und deren Schicksale aufklärt. Besonders berührend war es deshalb, wie - nicht zum ersten Mal - Kinder der Unterneustädter Schule an Stolpersteinverlegungen teilnahmen und sie mitgestalteten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Integrationskurses für Migranten lernten am Möncheberg viel über die Geschichte ihrer neuen Heimat und darüber, wie diese mit ihr umgeht.

 

Gunter Demnig verlegte Steine für Mitglieder der jüdischen Familien Treiser, Ehrlich, Elsbach, Gipfel, Goldberg, Rosenberg, Möllerich und Sommer. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde und ihr Kantor begleiteten dies. Ein Stein erinnert an den politisch Verfolgten Richard Hauschildt.

 

 

Gunter Demnig mit Familie Treiser und dem Vorsitzenden Jochen Boczkowski - Kinder der Unterneustädter Grundschule

Elena Padva vom Sara Nussbaum Zentrum - Wolfgang Bahr zeigt Fotos der Kinder der Familie Ehrlich - Der Kantor der jüdischen Gemeinde Jakow Axenrod und das Gedenkblatt für die Familie Rosenberg

Der Shalom Chor Berlin bei der Verlegung für die Familie Elsbach - Zeremonie für die Familie Goldberg mit Manfred Goldberg in der Mitte

weitere Fotos von den Verlegungen am 5.3.2018 hier


Die Ziele des Vereins

TERMINE  2019

MITGLIEDER-Jahreshauptversammlung

Montag, 23.9.2019 

 

zum Nachlesen: Protokoll