Berta Elias, Martha Burghardt, Otto Elias, Ruth Burghardt

Schillerstraße 38

3 Steine nebeneinander für die Ermordeten (Martha, Berta und Otto), darunter der von Rurt Burghardt, die nach Holland geflohen ist un im Widerstand überlebt hat
die vier Stolpersteine vor dem Haus in der Schillerstraße 38
feierliche Steinverlegung, ein Menschenkreis um die angeleuchteten Steine
stimmungsvolle Gedenkstätte

Martha Elias (1895-1944) und Otto Max Elias (1897-1944) leben bis 1933 zusammen mit ihren Eltern Bertha Elias (geborene Frank, 1871-1943) und Julius Elias (1866-1932) in der Schillerstrasse 38 in Kassel. An der Kleinen Rosenstasse 1 betreibt die Familie ein Sportgeschäft. Nach einem antisemitischen Angriff auf den Laden im April 1933 wandern Bertha, Otto und Martha sowie Marthas Tochter Ruth Marion Pauline (1924-2006) in die Niederlande aus.

Aus der deutschen, jüdischen Familie wird eine Immigrantenfamilie in mitten zahlreicher deutscher Zuwanderer in Amsterdam. Es folgen Krieg und Massenvernichtung und von der deutschen Familie Elias Burghardt aus Kassel überlebt einzig Ruth. Diese verlässt Europa bei der ersten Gelegenheit im Oktober 1946. In Uruguay blüht der kleine Eliaszweig wieder auf. Eine nächste Generation wird geboren, weitere folgen. Die Jahre der Verfolgung und die Schmerzen der Verluste werden als unverarbeitetes Paket durchs Leben getragen und prägen jede Generation der Familie auf eigene Weise. Lügen werden erzählt und Rede- ja sogar Wissensverbote erlassen. Der Fokus liegt auf der Gegenwart. Und die ist wunderbar. Der kleine Familienzweig wächst durch viele Länder und schlägt in der Schweiz wurzeln. Die Familie wird größer und bleibt eine verschworene, debattierende und liebende Gemeinschaft. 2006 verlässt die Überlebende Ruth diese Welt mit Hilfe einer Sterbeorganisation. Unvorstellbar war es für sie, ins Spital zu gehen, wo Fremde über ihr Leben oder Sterben entscheiden konnten. Die in Berlin geborene, in Kassel und Amsterdam aufgewachsene und in Zürich gestorbene Ruth konnte nicht mit dem Tod umgehen, sie konnte die Deutsche Sprache nicht mehr lieben und die Angst ihren Liebsten könnte etwas zustoßen, war stets präsent. Aber sie konnte lachen bis ihr die Tränen kamen. Sie gab einem das Gefühl, beschützt und wertvoll zu sein. Sie kochte die besten Polpetes und ihre gefüllten Eier sind so lecker, dass sie bis heute an keinem Familienfest fehlen dürfen. Ruths älteste Tochter macht sie jetzt.

 

Bertha, Martha und Ruth haben Nachfahren in der Schweiz und in Frankreich. Diesen fehlten und fehlen Großeltern, Urgroßeltern, Cousins usw., weil viele ihrer Vorfahren ermordet wurden. Aber die Erinnerung und der Familienspruch sind lebendig.

No hai mal que por bien no venga.  (in deutsch etwa: Es gibt kein Übel, das nicht auch zu etwas Gutem taugt.)

5 Nachkommen blicken gespannt und fröhlich, Leo (zweiter von links) hat eine beeindruckende und Mut machende Rede vgahlten
Diana Hornung, Leo, Walter und Lilian Caprez, Fiona Hornung (von links)

Die Ziele des Vereins

TERMINE  2017

2018

21.1.2018          Filmvorführung

21.1.2018  12 Uhr Bali-Kino

 

WIR SIND JUDEN AUS BRESLAU

Kinodokumentarfilm

Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Karin Kaper

 

zweite Aufführung 

4.2.2018 12 Uhr  Bali-Kino

 

 

 

27.1.2018

Vor 73 Jahren wurde Auschwitz befreit.

An diesem Tag Putz- und Gedenkenkaktionen an allen Stolpersteinen im Stadtgebiet

 

4.3.2018

17.00 Uhr

Synagoge Bremer Straße

 

Konzert des Shalom Chors Berlin

5.3.2017

Verlegung von Stolpersteinen