Hilde Brumhof, 1902 in München geboren, war von 1929 bis 1932 Ballettmeisterin am Preußischen Staatstheater Kassel. Mit ihrem künstlerischen Wirken brachte sie frische Impulse und wurde von der Presse als Hoffnungsträgerin gefeiert. Doch 1933 entzog ihr das NS-Regime aufgrund ihrer jüdischen Herkunft die Lebensgrundlage: Berufsverbot, Ausschluss aus der Reichstheaterkammer, schließlich Emigration nach England. Dort fand sie Zuflucht, erhielt 1947 die britische Staatsbürgerschaft, kehrte in den 1960er Jahren nach Deutschland zurück und starb 1969 in Berlin - nahezu vergessen. Die Verlegung des Stolpersteins durch den Verein Stolpersteine in Kassel und TANZ_KASSEL macht ihr Schicksal sichtbar, würdigt ihr Wirken als bedeutende Künstlerin und verankert sie in unserer Erinnerung - als Teil einer Geschichte, die nicht ausgelöscht werden darf. Der Stolperstein für Hilde Brumof liegt neben den Erinnerungssteinen von Dr. Franz Mirauer, Santo Nusyn Hornblass, Werner Seelig-Bass und Ljuba Senderowna.
Thorsten Teubl
Tanzdirektor TANZ_KASSEL
November 2025
Oben: Hilde Brumof tanzt auf dem Dach des Staatstheaters.
Mitte: Die Tanzcompagnie war weiblich. (Fotos: Deutsches Tanzarchiv Köln)
Unten: "Ein Vollk, ein Reich, ein Führer." Das Staatstheater war schon seit Ende März 1933 fest in den Händen der Nationalsozialisten. Für jüdische und der moderne verpflichtete KünstlerInnen oder MitarbeiterInnen war hier kein Platz mehr. (Foto: Stadtarchiv Kassel 0.001.611 )
Eine ausführliche Biografie Hilde Brumofs finden Sie unten als pdf zum download.
Verlegung am 8. November 2025